Donnerstag, 26. März 2020

Zuhause – auch für die meisten Kindergartenkinder

Gestern beschrieb meine Kollegin, wie sich die gegenwärtige Ausgehbeschränkung auf unser Zuhause auswirkt. Ich möchte heute daran anknüpfen und auf die vielen Kinder zu sprechen kommen, deren Alltag durch die Corona-Epidemie ebenfalls quasi auf den Kopf gestellt wird und widme diese Gedanken speziell den Kindern im Vorschulalter. Schulkinder haben anfangs noch die „Corona-Ferien“ genossen, aber seit sie sich nicht mehr mit Freunden und Freundinnen treffen dürfen, kann ihre anfängliche Freude nun kippen. Zumindest helfen ihnen in dieser Situation die sozialen Medien, dass sie noch digital oder virtuell vernetzt bleiben.

Kindergartenkinder haben diese Möglichkeiten noch nicht. Und Mama und Papa, auch wenn sie vielleicht nun selbst oft zu Hause sind, haben trotzdem nicht immer Zeit („Papa, was machst du im Home-Office?“). Manchmal liegen auch die Nerven blank. Familien, wie immer sie aufgestellt sind, müssen sich in diesen Tagen neu finden. Jüngere Kinder sind verunsichert und verstehen vieles nicht. Sie sehnen sich nach ihren vertrauten Ritualen und Mustern. 

Dazu gehören auch die Stunden im Kindergarten: Dass Mama oder Papa sie morgens zur Kita bringt; dass sie dort ihre Freunde und die Erzieherinnen treffen, dass sie mit anderen spielen, singen, essen und einen schönen Tag erleben – und nachmittags abgeholt werden und zu Hause vielleicht gern erzählen, was sie alles erlebt haben.

In diesen Tagen, und vermutlich werden es Wochen, gibt es diese für Vorschulkinder wichtige Welt der Kita nicht mehr. Zudem sind auch Spielplätze geschlossen. Und mit Freundinnen und Freunden dürfen sie auch nicht mehr spielen.  Irgendwie verstehen sie, dass Corona krank machen kann und man deshalb Abstand voneinander halten muss. Aber manchmal ist alles furchtbar schwer. 

Deshalb sind für Kinder auch Freuden im Alltag soooo wichtig, schöne Erlebnisse mit Mama, Papa, und, wenn man hat, auch mit Geschwistern oder Haustieren. Und wenn das Kind vielleicht sogar einen Brief vom Kindergarten erhält, dann strahlt der ganze Tag in hellem Sonnenlicht. 

Eine solche Kita-Post möchte ich Ihnen heute vorstellen – auch wenn Sie selbst kein Kindergartenkind mehr sind. Sie hat folgenden Inhalt:

„Hallo Ihr Lieben, jetzt sind schon einige Tage vergangen, an denen wir alle zu Hause bleiben sollen. Es ist sonderbar, auf einmal hat man viel Zeit mit Mama und Papa zu spielen, zu toben und spazieren zu gehen. Ich wünsche uns allen sehr, dass wir gesund bleiben und wir uns bald wieder sehen werden. Als Zeichen der Hoffnung für alle Kinder und Menschen die zu Hause bleiben, malt einen großen Regenbogen auf Papier und klebt diesen an euer Fenster oder malt direkt einen Regenbogen mit Fingerfarben auf euer Fenster. Wisst Ihr noch die Farben die Ihr dafür benötigt? Bestimmt! Und sonst frag deine Eltern. Ich wünsche Dir ein gutes Gelingen beim Malen! Herzliche Grüße Eure Katja“

Ich bin mir sicher, dass sich die Kinder über diese Post freuen, und die allermeisten werden sich mit Eifer an die Arbeit machen und einen wunderschönen Regenbogen malen. Gestern sah ich bereits in einem Fenster einen riesigen bunten Regenbogen. 

Für die Kinder ist die Kita-Post ein schönes Zeichen der Verbundenheit zu ihrer Kita und auch zu den anderen Kindern, die ebenfalls einen Regenbogen malen. Auch Erwachsene überraschen in diesen Tagen andere mit solchen kreativen und lieben Zeichen der Verbundenheit und bereiten so große Freude.

Dass die Kinder bewusst eingeladen werden, einen Regenbogen zu malen berührt mich doppelt, ist er doch ein wunderbares Zeichen dafür, dass sich Gott auch in Zeiten der Not nicht von uns Menschen abwenden wird. Nach der Sintflut setzte Gott den Regenbogen als Zeichen an den Himmel, als Zeichen dafür dass Gott uns immer treu bleiben wird – ein tolles Zeichen der Hoffnung für Jung und Alt.

Mögen Sie in diesen Tagen das Zeichen des Regenbogen in Ihrem Alltag erspähen –  und viele andere Zeichen der Ermutigung.

Ihr Achim Dreessen


Geistliche Impulse

Gebete, mutmachende Texte, Erinnerungen an beglückende und stärkende Erfahrungen im Glauben und in der Gemeinschaft – in diesen Zeiten, in denen wir soziale Kontakte reduzieren und auch in der Gemeinde keine Treffen, keine Gottesdienste möglich sind – in diesen Zeiten wollen wir als Geistliche der Gemeinde – Pfarrerinnen, Pfarrer, Prädikantinnen, Prädikanten – kleine Texte ins Netz stellen.Beten Sie mit, denken Sie mit, singen Sie mit – wir hoffen auf die stärkende Kraft des Glaubens und der Gemeinschaft.

Wenn Sie mögen, reagieren Sie auch gern per E-Mail oder telefonisch.

Ihr Pfarrteam


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