Gemeindekonzeption der Evangelischen Kirchengemeinde Schwerte

Kurzfassung

Leitspruch und Leitsatz der Kirchengemeinde

Es sind verschiedene Gaben, aber es ist ein Geist.
Es sind verschiedene Ämter; aber es ist ein Herr.
Es sind verschiedene Kräfte, aber es ist ein Gott,
der da wirkt alles in allem
(1. Korinther 12,4).

Denn wie der Leib einer ist und doch viele Glieder hat,
alle Glieder des Leibes aber, obwohl sie viele sind, doch ein Leib sind.
So auch Christus
(1. Korinther 12,12).

Auf dieser Grundlage wollen wir eine lebendige Gemeinde Jesu Christi sein, die die Menschen in ihrer Verschiedenheit willkommen heißt und die verheißene Einheit einübt.

Die gegenwärtige Situation der Kirchengemeinde und Zielsetzungen

Gestaltungsraum Schwerte

Die Kirchengemeinde ist eingebettet in die große Gemeinschaft der Stadt Schwerte. Sie ist somit Teil eines deutlich größeren Organismus. Die Kirchengemeinde weiß sich der kommunalen Nachbarschaft verpflichtet. Sie unterstützt und wertschätzt das Mit-, Neben- und Füreinander der verschiedenen gesellschaftlichen Institutionen einer Stadt. Sie öffnet sich bewusst auch den Menschen, die nicht zu ihren eigenen Mitgliedern zählen.

Informationen zur Kirchengemeinde

Eine Kirchengemeinde ist per se ein Zusammenschluss von vielen unterschiedlichen Menschen. Ihre Gemeinsamkeit ist die formale Zugehörigkeit zur Evangelischen Kirche. Aber jedes Gemeindeglied hat seine eigene Biografie, seine eigene Persönlichkeit und seine eigene Ausdrucksweise des Glaubens. Manche Gemeindeglieder engagieren sich sehr intensiv in der Gemeinde und nehmen ihre Angebote wahr. Andere gestalten ihre Kirchenmitgliedschaft distanziert.

Unsere Hauptamtlichen und nebenamtlich Beschäftigen sind verschieden. Sie haben ihre jeweils eigene Persönlichkeit und ihre jeweils eigenen Begabungen. Und das ist gut so. So können sie der Verschiedenartigkeit der Menschen und ihren unterschiedlichen Bedürfnissen entsprechend begegnen.

Zielsetzung:

Wir investieren auch zukünftig im Rahmen einer verantwortlichen Haushaltsführung in unsere hauptamtlichen und nebenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Wir reagieren angemessen auf die Pfarrstellenplanung des Kirchenkreises und der Landeskirche. Wir werden den schwieriger werdenden personellen Bedingungen mutig, kreativ und umsichtig begegnen, um weiterhin möglichst vielen Menschen in Schwerte das Evangelium Jesu Christi nahezubringen. Das Presbyterium richtet einen Personalausschuss ein, der die Belange der hauptamtlichen und nebenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter klärt.

Unsere Gebäude stehen den Menschen in Schwerte und Umgebung für unterschiedliche Nutzung offen.

Zielsetzung:

Wir haushalten mit den uns zur Verfügung stehenden finanziellen Mitteln verantwortlich. Um klare und verlässliche Aussagen treffen zu können, werden wir innerhalb der nächsten drei Jahre ein verbindliches Raumkonzept erarbeiten. Darin wird deutlich, welche gemeindliche Immobilien langfristig erhalten bleiben. Bei zukünftigen Schließungen von Gemeindehäusern sucht die Kirchengemeinde alternative Raumangebote. Wir brauchen eine gemeinsame Kraftanstrengung, um die Sankt-Viktor-Kirche in Verbindung mit der „Neuen Mitte“ zu beleben. In diesem Zusammenhang wird verbindlich geklärt, welche Gruppen und Kreise langfristig ihre Heimat im neuen Gemeindehaus finden. Insbesondere wird die Nutzung des Kellergeschosses durch die Offene Jugendarbeit geregelt.

Wenn ein Glied leidet, leiden alle Glieder mit. In der Diakonie wird diese Solidarität institutionell gelebt und erfahrbar gemacht. Sie dient dem ganzen Körper mit all seinen unterschiedlichen Gliedern und ist zugleich ein Teil davon.

Zielsetzung:

Wir leben eine enge Verschränkung der verfassten Diakonie mit der Kirchengemeinde. Wir bekennen uns zur Diakonie Schwerte als Ausdrucksform evangelischen Glaubens. Im Sinne des biblischen Leitwortes bewahren wir uns die Offenheit gegenüber allen Menschen, die Hilfe suchen.<br>Wir beauftragen eine Pfarrstelleninhaberin bzw. einen Pfarrstelleninhaber, im Vorstand der Diakonie Schwerte mitzuarbeiten.

Gemeindliche Aktivitäten

Fast alle Veranstaltungen der Kirchengemeinde sind öffentlich. Sie richten sich nicht nur an die Gemeindeglieder, sondern an alle Bürgerinnen und Bürger der Stadt. Die gemeindlichen Aktivitäten sind vielgestaltig und decken eine breite Angebotspalette ab, um den vielfältigen Interessen der Menschen in der Stadt gerecht zu werden.

Die Gottesdienste sind grundsätzlich offen für alle. In ihrer Gestaltung versuchen wir, auf die Bedürfnisse der verschiedenen Alters- und Interessengruppen der Gemeinde und der Stadt einzugehen. Vor diesem Hintergrund werden in der Gesamtgemeinde Gottesdienste an unterschiedlichen Tagen, zu unterschiedlichen Zeiten, an unterschiedlichen Orten und mit unterschiedlichen Konzeptionen angeboten.

Zielsetzung:

Wir halten auch zukünftig für die Menschen in Schwerte ein vielseitiges Gottesdienstangebot bereit, das auf unterschiedliche Bedürfnisse eingeht. Zentrale Gottesdienste in der Sankt-Viktor-Kirche sind Ausdruck der verheißenen Einheit sein. In dem Sinne dieser Einheit feiern wir auch Gottesdienste in und mit der Region (z.B. Pfingstmontag oder Himmelfahrt).
Die Gottesdienstangebote für die Außenbezirke werden zeitnah festgelegt. Mindestens ein Gottesdienst im Monat muss gewährleistet sein.
Auch zukünftig wird es Gottesdienstangebote für Kinder und Jugendliche geben.
Gottesdienste in nichtkirchlichen diakonischen Einrichtungen waren bisher eine selbstverständliche Dienstleistung der Kirchengemeinde. Auf Dauer wird das für die Gemeindepfarrerinnen und -pfarrer nicht mehr in dem bisherigen Umfang zu leisten sein. Die Kirchengemeinde spricht zukünftig gezielt Ehrenamtliche auf mögliches Interesse an einer Ausbildung zur Prädikantin bzw. zum Prädikanten an. Auch ehrenamtlich geführte Lesegottesdienste sind denkbar.

Die seelsorgliche Begleitung von Menschen ist Kernaufgabe der Pfarrerinnen und Pfarrer und vieler anderer Haupt- und Ehrenamtlicher. Diese Fürsorge spiegelt das Bild der leidenden Glieder wider, die Mitleiden, Mitgefühl und Hilfe erfahren.

Zielsetzung:

Auch zukünftig ist die Seelsorge ein wichtiger Arbeitsschwerpunkt unserer Gemeinde. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass die seelsorglichen Kontakte und Gespräche bei größer werdenden Seelsorgebezirken nicht im bisherigen Umfang zu leisten sind. Vor diesem Hintergrund wertschätzen wir jede Unterstützung von Seiten des Kirchenkreises. Die Gemeinde selbst intensiviert ihre Anstrengungen, auch Ehrenamtliche in die Seelsorgearbeit einzubinden und sorgt für die notwendige Vorbereitung, Schulung und Begleitung.

Die gemeindliche Kinder- und Jugendarbeit nimmt auf vielfältige Weise die unterschiedlichen Lebenssituationen der Schwerter Kinder und Jugendlichen in den Blick. Verschiedene Teams arbeiten konstruktiv zusammen und bieten differenzierte Veranstaltungen für unterschiedliche Zielgruppen an. Die „Offene-Tür-Arbeit“ richtet sich an eine andere Zielgruppe als zum Beispiel die Kinderchorarbeit.

Zielsetzung:

Wir investieren auch zukünftig in die Kinder- und Jugendarbeit und bekennen uns zu unterschiedlichen Ausdrucksformen (Kindergottesdienst, Kindergartenarbeit, Konfi-Kids, Konfi-Gruppen, Jugendgruppe, Offene Jugendarbeit, Kirchenmusik u.a.). Uns ist die Kinder- und Jugendarbeit so wichtig, dass wir eine unserer Gemeindepfarrstellen mit einem entsprechenden gesamtgemeindlichen Auftrag ausstatten. Kindergottesdienst und Jugendgottesdienste gehören auch zukünftig zum selbstverständlichen Angebot der Kirchengemeinde. Wenn möglich werden Kindergartenandachten angeboten. Die Konfirmandenarbeit wird auch zukünftig gesamtgemeindlich organisiert und immer wieder den sich ändernden Rahmenbedingungen angepasst.

In der Stadtkirchenarbeit verlässt die Kirchengemeinde ihre eigenen Grenzen und öffnet sich wie kaum in einem anderen Bereich den Menschen außerhalb der Kirchengemeinde. Sie reagiert damit auf den Umstand, dass auch sie Teil einer größeren Gemeinschaft ist.

Zielsetzung

Wir verstehen uns als Teil der Stadt Schwerte und arbeiten auch mit nichtkirchlichen Institutionen zum Wohle der Menschen zusammen. Die Stadtkirchenarbeit wird koordiniert durch den Stadtkirchenausschuss unter dem Vorsitz der Pfarrstelleninhaberin bzw. des Pfarrstelleninhabers der Projektpfarrstelle.

Wahrzeichen der Kirchengemeinde ist die Sankt-Viktor-Kirche mit ihrer zentralen Lage. In der Stadtmitte gelegen, direkt am Marktplatz der Stadt und in der Nähe der touristischen Wege zieht die Stadtkirche wie kein anderer Ort der Kirchengemeinde die Blicke auf sich und lädt Außestehende, Passanten und Touristen ein zu verweilen.

Zielsetzung:

Wir sehen in der „Einladenden Kirche“ die zentrale Herausforderung für die nächsten Jahre. Mit einem breitgefächerten, lebendigen Angebot von Veranstaltungen werden Gemeindeglieder und Außenstehende eingeladen, in der Kirche zu verweilen und Gottes Wort in vielfältiger Weise zu erleben. Mit unterschiedlichen Bildungsangeboten werden wir mit Menschen unterschiedlichen Alters, die sich nicht zum Kern der Gemeinde zählen, in Kontakt kommen. Alle Pfarrerinnen und Pfarrer und auch andere bringen sich in diese Arbeit ein. Koordiniert werden ihre Angebote durch die Projektpfarrerin bzw. durch den Projektpfarrer.

Kirchenmusik lebt von der Begabung und dem Engagement vieler einzelner. Gerade in der Chorarbeit wird die Einheit der Vielfalt gelebt. Die Kirchenmusik ist grundsätzlich auf die gesamte Gemeinde ausgerichtet und nimmt auch die erweiterte Region mit in den Blick.

Zielsetzung:

Die Kirchengemeinde setzt auch in Zukunft auf professionelle Kirchenmusik mit A-Qualifikation. Sie stattet auch zukünftig den Kantor bzw. die Kantorin mit den notwendigen Ressourcen aus.
Die Kirchenmusik profiliert im Sinne der Stadtkirchenarbeit die Sankt-Viktor-Kirche und die „Neue Mitte“ und fördert zugleich das kirchenmusikalische Arbeit in den Außenbezirken. Kirchenmusik hat keinen Selbstzweck. Sie ist Instrument der Verkündigung und bringt Gottes Wort zum Klingen. Die Kantorin bzw. der Kantor erhält Leitungskompetenzen in der gesamtgemeindlichen Koordination der Orgeldienste, der kirchenmusikalischen Projekte und der Nutzung aller gemeindlichen Instrumente. Der Kirchenmusik werden verlässliche Zeiten an allen Predigtstätten eingeräumt.

Wir pflegen und intensivieren die geschwisterliche Verbundenheit mit allen christlichen Konfessionen in der Stadt. Wir tauschen uns mit den Vertreterinnen und Vertretern anderer Religionsgemeinschaften aus.

Zielsetzung:

Die biblische Rede von dem einen Leib mit den vielen Gliedern ist Sinnbild für die Ökumene. Die unterschiedlichen christlichen Konfessionen bilden den einen Leib Jesu Christi ab. Die Begegnung der verschiedenen Religionen unterstreicht das notwendige Miteinander im Sinne des Weltfriedens.

Bildung

Die Kirchengemeinde ist Teil der kommunalen Bürgerschaft. Eine Vernetzung und Kooperation mit nichtkirchlichen Institutionen ist selbstverständlich und notwendig. Durch Bildungsangebote werden vor allen Männer und Frauen angesprochen, die mitten im Familien- oder Berufsleben stehen. Es werden Kontakte zu Kirchenfernen geknüpft und grenzüberschreitende innovative Projekte ermöglicht.

Zielsetzung:

Wir wissen, dass junge Erwachsene aufgrund ihrer Lebenssituation oft nur wenig Kontakt mit der Kirchengemeinde haben. Um so liebevoller gestalten wir kirchlichen Hochzeiten und Tauffeiern. Auch bei der Gestaltung von einzelnen Veranstaltungen nehmen wir die Interessen junger Erwachsener auf.

Zielsetzung:

Wir nehmen verstärkt die „Mittlere Generation“ in den Blick. Dazu beauftragen wir eine Pfarrerin bzw. einen Pfarrer mit einem entsprechenden gesamtgemeindlichen Auftrag.

Zielsetzung:

Wir nehmen die gesellschaftlichen Veränderungen im Blick auf die ältere Generation wahr und stellen uns ihnen. Wir wissen dass zukünftig die „versammelte Gemeinde“ zunehmend älter wird. Wir werden den Dialog zwischen den Generationen fördern und beleben, um unter diesem Gesichtspunkt die Einheit lebendig werden zu lassen. Wir sehen in der Seniorenarbeit einen bleibenden Schwerpunkt unserer Gemeindearbeit und ordnen daher diesem gesamtgemeindlichen Arbeitsfeld eine Pfarrstelle zu. Wir sind offen für neue Formen der Seniorenarbeit und greifen innovative Ideen auf.

Leitung

Die Öffentlichkeitsarbeit kommuniziert nach innen und nach außen und trägt so der Tatsache Rechnung, dass die Kirchengemeinde Teil eines größeren Ganzen ist. Sie informiert über das Leben der Gemeinde und lädt Außenstehende dazu ein, daran teilzunehmen.

Zielsetzung:

Wir kommunizieren unsere gemeindlichen Aktivitäten und unsere evangelischen Standpunkte nach innen und nach außen in einer verlässlichen Weise. Die Öffentlichkeitsarbeit wird auch in Zukunft in Zusammenarbeit von ehrenamtlichen und hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern geleistet. Das Presbyterium spricht in der Öffentlichkeit durch den Vorsitzenden mit einer Stimme.

Die Kirchengemeinde wird presbyterial-synodal geleitet. Pfarrerinnen/Pfarrer und Laien arbeiten auf verschiedenen Ebenen zusammen. Männer und Frauen unterschiedlichen Alters und mit verschiedenen Qualifikationen und Begabungen leiten gemeinsam die Gemeinde. Über die gewählten bzw. berufenen Presbyterinnen und Presbyter hinaus können in diversen Arbeitsgruppen auch sachkundige Gemeindeglieder mitwirken. Dadurch sind im Sinne des biblischen Leitwortes eine demokratische Struktur und breite Beteiligungsmöglichkeiten gewährleistet.

Zielsetzung:

Wir organisieren die Arbeit des Presbyteriums im Rahmen einer Satzung und klären Zuständigkeiten. Wir verpflichten uns, die Belastung für Ehren- und Hauptamtliche möglichst gering zu halten.

Die komplette Konzeption können Sie sich hier als PDF-Dokument ansehen.

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