Dienstag, 17. März 2020

Das Wort zum Tag

Was bleibt mir noch?

Der Corona-Virus ist wie ein Dieb. Er bricht in der Nacht bei mir ein und raubt mir vieles von dem, was mir lieb und teuer ist. Ich darf mich mit meinen Konfirmandinnen und Konfirmanden nicht mehr treffen. Ich kann kein Abendmahl mehr feiern. Ich darf keine Gottesdienste mehr besuchen. Mir fehlt die kirchliche Gemeinschaft. Ich darf noch nicht mal im seelsorglichen Einzelgespräch Menschen begleiten oder mich von ihnen begleiten lassen.

Was bleibt mir noch? Ich schaue mich um. Der Dieb hat mir tatsächlich einiges genommen. Aber ich entdecke Schätze, die er mir gelassen hat. Da steht noch die Schatzkiste des Glaubens. Ich öffne den Deckel. Ich sehe die vielen Verheißungen Gottes. Ich bin bei euch alle Tage. Auch während der Corona-Tage bin ich, Gott, bei euch. Alle eure Sorgen werft auf ihn, denn er sorgt für euch. Ja, meine Angst, meine innere Unruhe, meine Beklemmungen, meine Sorgen darf ich vor Gott bringen. Ich darf mich darauf verlassen: er nimmt sie in seine Hand. Fürchte dich nicht; denn ich habe dich erlöst. Ich habe dich bei deinem Namen gerufen. Du bist mein! 

Ich habe Angst, aber ich höre, dass Gott größer ist als meine Angst. Meine Augen wandern umher. Was hat mir der Dieb noch gelassen? Meine Augen bleiben an einem Buch hängen. An der Bibel. Die hat er nicht mitgenommen. Ich öffne sie. Ich finde Worte des Trostes und der Kraft. Ich finde noch mehr Schätze in meinem Lebenshaus. Trotz Corona.

Ich darf beten. Zu Gott beten. Für andere beten. Für mich beten. Und ich weiß: andere beten auch. Der Dieb hat mir vieles genommen, aber auch vieles gelassen. Gott sei Dank.

Ihr Hartmut Görler


Geistliche Impulse

Gebete, mutmachende Texte, Erinnerungen an beglückende und stärkende Erfahrungen im Glauben und in der Gemeinschaft – in diesen Zeiten, in denen wir soziale Kontakte reduzieren und auch in der Gemeinde keine Treffen, keine Gottesdienste möglich sind – in diesen Zeiten wollen wir als Geistliche der Gemeinde – Pfarrerinnen, Pfarrer, Prädikantinnen, Prädikanten – kleine Texte ins Netz stellen.Beten Sie mit, denken Sie mit, singen Sie mit – wir hoffen auf die stärkende Kraft des Glaubens und der Gemeinschaft.

Wenn Sie mögen, reagieren Sie auch gern per E-Mail oder telefonisch.

Ihr Pfarrteam


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