Das Wort zum Tag

Die diesjährige Fastenaktion „Sieben Wochen ohne“ steht unter dem Thema SPIELRÄUME.
Spielräume, Räume zum Spielen.

Als Kind hatte ich viele Räume zum Spielen, nicht nur im Haus, sondern auch draußen und  im übertragenen Sinn. Freiräume, in denen ich mich entfalten konnte, allerdings in gewissen Grenzen.

Spielraum gewähren, Platz lassen, sich ausprobieren. Da kommt ein Vers aus Psalm 31 in den Sinn:

Du stellst meine Füße auf weiten Raum.

Psalm 31, 9

Der Psalmbeter spricht Gott an.
Weiter Raum klingt nicht nach Einengung, nicht nach Ge- und Verboten. In dem Vers schwingt für mich Freiheit mit, Luft zum Leben.

Eltern wissen, wie wichtig es ist, Kindern Spielräume zu geben, damit sie sich ausprobieren können, sich zu Erwachsenen entwickeln können, die sich im Leben zurechtfinden.
Fehler bleiben nicht aus, vielleicht auch Versagen, aber auch Vertrauen, dass die Freiheit nicht missbraucht wird.
In dem Lied „Herr, deine Liebe ist wie Gras und Ufer“ heißt es in der ersten Strophe
Frei sind wir, ja zu sagen oder nein.
Sich dazwischen zu entscheiden, ist manchmal ganz schön schwer. Und manche Entscheidung stellt sich vielleicht als Fehler heraus.


Aber wie Eltern wissen, dass Kinder Fehler machen, so weiß Gott auch, dass wir nicht perfekt sind. Warum hätte er uns sonst unsere Füße auf weiten Raum gestellt.
Das ist doch ein Zeichen von Vertrauen. Und das ist die Freiheit, die ich brauche, um jeden Tag, so gut es mir möglich ist, zu leben.
Wir haben diesen Spielraum, jede, jeder für sich.

Ich wünsche uns, dass wir unsere Spielräume gut nutzen können, auch und gerade jetzt in Coronazeiten.
Bleiben Sie behütet.

Ihre Dorothe Müller