Sonntag, 31. Mai 2020

Ich mag nicht mehr!
Den Satz können viele unterschreiben. Und täglich werden es mehr. An vielen Orten sind auch gestern wieder Menschen in zum Teil abenteuerlich-grotesken Koalitionen auf die Straße gegangen und haben und den vorgeblichen Verlust ihrer Grundrechte beklagt.
Ich würde das mit den Worten: „Finde den Fehler!“ kommentieren.

Ich mag nicht mehr!
Durchaus ein Satz, den gerade auch Eltern nur allzu gut kennen. Hausaufgaben (Homeschooling!), Spaziergang, Urlaubsreisenautofahrt, Familienfeier, (zu) vollgeladener Mittagsteller, Zähneputzen, Zimmer aufräumen, …

Ich mag nicht mehr!
Das musste sich schon der liebe Gott anhören, als er sein Volk aus Ägypten befreit hatte und mit ihnen auf dem Weg in die Freiheit war. Da hieß es auch alsbald: Ich mag nicht mehr! Schon recht bald ist vom „Murren“ des Volkes zu hören. „Murren“ – ein wunderbares Wort. Es klingt schon so schön lautmalerisch. Und so ein Murren scheint sich nun auf so manche Seele legen zu wollen: Ich mag nicht mehr! – Diese murrende Negation ist allenthalben wenn nicht zu hören, so doch zu spüren. Ich möchte das hier nicht weg reden, mich auch nicht erheben über die, die so empfinden. Aber fragen möchte ich dürfen. Nämlich: Was es bringt?

Ich mag nicht mehr!
Das kann man sagen. Das wird ganz sicher so empfunden (auch ab und an von mir). Aber ich merke bei mir selbst, wie schon beim Aussprechen bei mir der Stecker gezogen wird. Das ist ein „Energie-Entlade-Satz“. Ein „Lebensfreude-Stehl-Satz“. Ein „Ich-betrüg-mich-selbst-Satz“. Ein „Ich fließ-durch-den-Gulli-ab-Satz“. Ich will mir das nicht antun. Nicht auch noch mir selbst den Lebensatem rauben (bevor das Virus tätig werden kann).

Ich mag nicht mehr
dem Negativen Raum geben. Ich will auf das Positive schauen. Mich daran festhalten und Kraft bekommen.

Heute feiern wir Pfingsten. Das Fest des Heiligen Geistes. Das ist die „Anti-Murr-Kraft Gottes“. Die „Anti-Antikraft“ sozusagen. Das ist das Fest der puren Lebensenergie. Gott schenkt sich uns: in der Liebe, die uns leben und wiederlieben lässt. In den Begabungen und Fähigkeiten, die in uns schlummern, und die wir entdecken und trainieren und ausbauen können. In all den Fertigkeiten und Kenntnissen, mit denen wir füreinander da sein können. In der Kraft, Schweres zu (er)tragen. In Freundschaft, in Familiensinn und Solidarität. Im Zutrauen zu uns selbst, im Vertrauen, das wir in andere setzen mögen, in der Hoffnung, dass die Liebe sich durchsetzen wird, dass das geknickte Rohr nicht abbricht und der glimmende Docht nicht erlischt.

Ich mag nicht mehr
ohne diesen Geist unterwegs sein, der mir Rückenwind und Lebensfreude schenkt. Lassen Sie uns von seiner Energie gemeinsam voranwehen!

Ihr und Euer Daniel Groß

 

Dieses Wort zum Tag ist zunächst das LETZTE dieser Art. Es wird in Zukunft wöchentlich weiter kurze geistliche Impulse geben, diese werden zur Wochenmitte an dieser Stelle veröffentlicht und den Titel „Wort zur Wochenmitte“ tragen.