Das Wort zum Tag

Liebe Leserin, lieber Leser,

das Leben kehrt zurück in diesen Tagen – Leben, bunt und vielfältig wie der Frühling mit seinen Blüten und dem Gesang der Vögel.

Vor zwei Tagen, zu Himmelfahrt, haben wir erstmals wieder Gottesdienst gefeiert, draußen bei strahlendem Sonnenschein, blauem Himmel und bester Laune.

Die Zahlen der Pandemie, die in den vergangenen Monaten wie ein drohender Schatten über uns hingen, werden kleiner, während gleichzeitig rasch die Zahl derer wächst, die geimpft sind.

Ja, das Leben kehrt allmählich zurück!

Es ist ein wenig wie in dem bekannten Sommerlied „Geh‘ aus, mein Herz und suche Freud‘“, das der Dichter Paul Gerhardt nach den Verwüstungen des 30jährigen Krieges geschrieben hatte. Auch er besingt die Freude darüber, dass das Leben, die bunte Schöpfung Gottes, am Ende über alle Schrecken der Welt triumphiert.

In meinem Lieblingsvers (Nr. 9) heißt es:

„Ach, denk ich, bist du hier so schön
Und lässt du’s uns so lieblich gehn
Auf dieser armen Erden:
Was will doch wohl nach dieser Welt
Dort in dem reichen Himmelszelt
Und güldnen Schlosse werden,
und güldnen Schlosse werden.“

Geh’ aus, mein Herz und suche Freud – EG 503, Vers 9

Das blühende Leben, dessen Wiedererstarken wir augenblicklich genießen, es ist nur ein kleiner Abglanz der Pracht, mit der der Himmel sich schmückt.

Wir dürfen uns daher mit Paul Gerhardt doppelt freuen: über die bunte Schöpfung und den noch bunteren Himmel.

Ein schönes Frühlingswochenende wünscht Ihnen Ihr Klaus Johanning