Stephan Peters, ein Geisecker Kind aus dem Unterdorf. Er ist ein junger, dynamischer Mensch von 38 Jahren, der eine neue Generation der Kirchenküster oder Kirchendiener verkörpert: Seit 2006 „Gemeinde-Manager“ mit einer Wochenleistung von 6 Stunden. Alle Gottesdienstvor- und Nachbereitungen, Schließdienste, Beobachtung der Heizungsanlage, kleine Reparaturen, Hilfestellungen jeglicher Art, Gemeindefeste, Gespräche mit Gemeindemitgliedern z.B. bei Sammlungen für Bethel usw., gehören selbstverständlich dazu. So auch die Telefonbereitschaft seiner Frau, einer Rheinländerin aus Königswinter, wenn er durch Schichtdienst nicht zu Hause sein kann.
Und er erfüllt alles gern und wie man hört, auch mit Begeisterung und zur vollsten Zufriedenheit. „Ich komme mit allen in der Gemeinde gut aus“, meint Stephan Peters. Dass Pfarrer Wuttke in den Ruhestand geht, sieht er mit gemischten Gefühlen. „Nach den persönlichen Tiefen, gönne ich ihm eine gute, lange und erfreuliche Zukunft, er ist so ein feiner Mensch………… Wie wird sich alles verändern?“

Stephan Peters ist für unsere Kirchengemeinde als Minijobber tätig. Dabei stand für ihn zunächst nicht die Aufbesserung des monatlichen Budgets von 400 Euro im Vordergrund, sondern die Aussicht auf eine große Familienwohnung für die zunächst 2 Kinder und die zu erwartenden Zwillinge. „Das war wie ein Sechser im Lotto für uns!“, freut sich der Vater. „Welche Freiheit haben unsere Kinder hier in diesem Umfeld und dem nahen Sportplatz“.
Der Sportplatz, abends beleuchtet, aber immer im Auge der kleinen Kirche am Buschkampweg. Dort engagiert sich Stephan Peters als Trainer der
D-Jugend beim Geisecker SV 1926. „8:1 haben wir am Samstag gegen SV Deilinghofen-Sundwig gewonnen“, sagt er nicht ohne Stolz. „Wenn ich wegen des Schichtdienstes nicht da sein kann, vertritt mich mein Trainerkollege und Freund Christian Feist, auch ein Urgeisecker“.

Küster Stephan Peters begegnet Menschen offen und mit einer natürlichen Zugewandtheit. Nicht verwunderlich, dass er sich als multifunktionaler Verfahrensmechaniker bei seiner Firma in Dortmund – Dorstfeld als 1. Vorsitzender des Betriebsrates für die Belange der Kollegen ins Zeug legt. „Das kostet Zeit und Kraft“, sagt er nachdenklich. „In der Funktion sitze ich als Belegschaftsvertreter am Tisch und muss doch die Waage zur Betriebsleitung halten.“ Die Firma stellt Spezialprofile aus kaltgewalztem Stahl her.

Wenn Stephan Peters von allen Dingen genug hat, zieht er sich gern an die Ruhr zurück. Er besitzt einen Angelschein, den er aber nicht zum Fang ausnutzt. Ihm genügt die Ruhe, die schöne Landschaft, der Sonnenuntergang, das Spiel der Wellen auf dem Fluss. Und doch ist er seit kurzem der „Ruhrkönig“ mit einem Karpfen von 38 Pfund, denn niemanden gelang bis jetzt einen so schweren Karpfen aus der Ruhr in Geisecke zu ziehen.
Stephan Peters stemmt den langen dicken Fisch und präsentiert ihn der Kamera. Dann darf dieser zurück ins Wasser der Ruhr, zu den vielen anderen Fischen.

Emmi Beck