Strahlend und frühlingsfrisch kommt Angelika Domnick zum Interview. Sie hat ihr Haar abgeschnitten, das steht ihr gut und zieht ihre 47 Lebensjahre noch mehr in Zweifel.
2006 wechselte sie von der Putzfrau am benachbarten Kindergarten ins Küsteramt ins Johannes-Haus für wöchentlich zehn Stunden. Eine Entscheidung, die sie nicht bereut und die noch lange anhalten möge.
Ihr Strahlen kippt ins Melancholische! „Wir auf der Heide haben Angst. Wird es mit dem Johannes-Haus so gehen, wie dem Paulus-Haus?“ Die Küsterin wischt sich die Augen. „Die Menschen hier liegen mir am Herzen, jeder kennt jeden namentlich. Das Gemeindehaus ist eine zentrale Begegnungsstätte, so zu sagen ihr zweites zu Hause. Viele Gruppen, nicht nur kirchliche, treffen sich hier. Es geht nicht um meine Arbeitsstelle, es geht um die Möglichkeit der Kommunikation, die verloren ginge.“
Seit Pfarrerin Wischmeier nicht mehr da ist, ist Pfarrer Hartmut Görler der Ansprechpartner. Die Arbeit läuft mit ihm und allen Gruppen im Haus in einem guten christlichen Miteinander. Angelika Domnick sind offene, zuwandte Menschen wichtig und lässt sich in der Küsterarbeit auch gern mal durch Spontanität der Handelnden überraschen. „Dann bin ich Feuer und Flamme. Es ergeben sich meist originelle Gottesdienstgestaltungen, die in Erinnerung bleiben“, resümiert sie. „Oberflächlichkeit der Menschen ärgert mich.“
Wichtig ist Angelika Domnick die Atmosphäre im Umfeld. So gestaltet sie gern den Eingangsbereich zur Kirche. Bei Veranstaltungen macht sie mit, aber im Vordergrund zu stehen, liegt ihr nicht. Sie will auch nicht der gute Geist des Hauses sein. „Das ist Gisela Gilloff, meine Vertretung und Hilfe bei allen Veranstaltungen. Sie kauft auch ein, spült, sorgt für den augenfälligen
Altarschmuck, sammelt die Kollekte ein. Alles macht sie selbstverständlich.“

Ein besonderes Erlebnis war für Frau Domnick, das Küstern mit Rosine Fredel in St. Viktor zu Jasmin Reinhold‘ s und Daniel Groß‘ Hochzeit. Sie gerät in Schwärmen über die Trauung in unserer schönen großen Marktkirche. Die Arbeit ist längst vergessen, es bleibt das einmalige Erlebnis in Erinnerung.

Hilfe hat die Küsterin aus der Familie, durch den Ehemann und zwei Kindern. Die weitläufigen großen Außenflächen müssen übers Jahr gemäht, geharkt und schneefrei gehalten werden. So bleibt Zeit für ihr Hobby das Nähen und Stricken. Nicht ohne Stolz zeigt sie auf die duftige Bluse, die sie trägt.

Angelika Domnick ist zufrieden und mit sich im Reinen. Vorbildlich.
Emmi Beck