Die 50jährige Rosine Fredel fühlt sich in der kirchlichen Arbeit wohl. Und das sieht man ihr an. Mit frischem, offenem Gesicht begrüßt sie die Gottesdienstbesucher an der Kirchentür St. Viktors und überreicht Ihnen lächelnd Gesangbuch oder/und das Andachtsblatt.
Bei der „Offenen Kirche“, eines ihrer Aufgabenbereiche, hilft sie gern. Alle Vor-und Nachbereitungen laufen still im Hintergrund ab. Frau Fredel hat Zeit, den Menschen zuzuhören. Meistens Ältere, die kommen nur um einige Worte reden zu können.
Seit dem es das Paulus-Haus nicht mehr gibt……………. „Aber das Kapitel ist ja jetzt abgeschlossen“, meint Rosine Fredel wehmütig. Der letzte Gottesdienst sei traurig und für manche tränenreich gewesen.
Sie kam 1990 mit Mann und zwei Söhnen aus Siebenbürgen, einem Dorf in der Nähe von Hermannstadt (Sibiu). Seit 1991 ist sie Küsterin in der Gemeinde- Nord. Von allen sei sie herzlich aufgenommen worden. Die Arbeit in der Kirchengemeinde mit den verschiedenen Gruppen, die freundliche Art von Pastor Henzler, das Kirchlein, die harmonische Wohngemeinschaft mit den Schwestern Wilhelmine und Marlies, alles das habe dazu beigetragen, hier im Westen ihre neue Heimat zu finden.
Rosine Fredel ist froh, dass es für die Gruppen in „ihrer“ alten Gemeinde einen für alle erreichbaren Raum bei der GWG gäbe. So kocht sie gern Kaffee für die Frauenhilfstreffen, richtet für die monatlichen Spielenachmittage alles her. Sie fühlt sich für alle als Bezugsperson auch für die Mitglieder des Abend- und Bastelkreises und Bibelabends. Das Gemeindeleben läuft weiter, freut sie sich.

In Rumänien sei sie durch den Kirchenchor auch der Gemeinde verbunden gewesen. Und… „ vor Weihnachten haben alle aus dem Dorf ihre gesparten Lebensmittel zusammengetragen, damit wir gemeinsam ein schönes Fest feiern konnten. Die vielen Päckchen aus Westdeutschland mit den Leckereien sind nicht nur von den Kindern dankbar und freudig aufgenommen worden.“

Rosine Fredel ist gespannt, wie ihre Aufgaben bis zur Neueröffnung der Marktkirche im Herbst aussehen. „Ich möchte so gern etwas tun, ich bin schon neugierig.“ Und wie sie es sagt, glaubt man ihre Vorfreude.
Zu Hause sind die eigene Familie und ihre Mutter zu versorgen. Freuen tut sie sich auf die Enkelin. „Wenn sie kommt, geht für uns alle die Sonne auf“.

Emmi Beck 24.2.2013�