Wie in den letzten Jahren hat die Evangelische Kirchengemeinde in Schwerte zu einer Gemeindeversammlung eingeladen. Eröffnet wurde sie von einem gut besuchten Gottesdienst in der St. Viktor Kirche, den der Schwerter Virtuose Chris Kramer musikalisch mitgestaltete. Er präsentierte alte Choräle in seiner ureigenen Bluesversion und machte den Bußtag zu einem Bluestag. Beeindruckend seine Weise, das „Amazing grace“ zu interpretieren. In der Predigt dachte Pfarrer Dr. Klaus Johanning über verplemperte und sinnvoll genutzte Zeit nach.

Direkt im Anschluss an diesen musikalischen Gottesdienst lud das Presbyterium der Kirchengemeinde zur jährlichen Gemeindeversammlung ebenfalls in der St. Viktor Kirche ein. Rund 50 Gemeindeglieder verfolgten mit Interesse den Abend, den Pfarrerin Claudia Bitter moderierte. Pfarrer Johanning blickte zunächst auf das ereignisreiche Jahr 2018 zurück. Er nahm zu der Diskussion rund um den beschädigten Kerzenständer Stellung und betonte: Es gibt keine Informationen darüber, wann und durch wen die Stele beschädigt wurde. Eine Verletzung der Aufsichtspflicht lag nicht vor. Kinder werden auch in Zukunft uneingeschränkt in der St. Viktor Kirche willkommen sein. Der Vorsitzende des Presbyteriums berichtete, dass für die vakante Pfarrstelle drei Bewerbungen eingegangen seien. Ein Bewerber werde für Probegottesdienst und -katechese eingeladen. Die Wahl könne noch im Dezember stattfinden. Darüber hinaus berichtete Klaus Johanning von den anstehenden Umstrukturierungen der Diakonie Schwerte. Sie werde zum 1.1.2019 in eine gemeinnützige Gesellschaft umgebaut. Die Kirchengemeinde behalte 40% der Gesellschafteranteile. Starker Partner würde die Diakonie Mark-Ruhr werden.

Pfarrer Klaus Johanning gab aber auch einen Ausblick auf die nächsten Jahre. Er gehe davon aus, dass zukünftig die Zahl der Pfarrstellen in Schwerte weiter reduziert würden. Der Scheitelpunkt der Kirchensteuerzuweisungen sei erreicht. Kürzungen im Gemeindehaushalt und struktureller Rückbau seien in den nächsten Jahren notwendig. Kritische Rückfragen der Gemeindeglieder bezogen sich auf zentrale Gottesdienste in der Region. Der Gottesdienst am Reformationstag in Westhofen sei von Schwerter Seite aus nur schwach besucht gewesen.