Das Wort zur Wochenmitte

Sofas in der St. Viktor Kirche

Liebe Leserin, lieber Leser,

Das gibt´s doch gar nicht. Das gehört sich nicht: Sofas vor unserem schönen Altar! 

Beim Festakt zum Abschluss der Sanierungsarbeiten war das aber so. Unsere Ehrengäste nahmen dort am 20. Juni 2026 Platz und stellten sich meinen Fragen. 

Bei unseren fast monatlichen Jugendgottesdiensten im Johanneshaus ist das immer so. Dann stellt unserer Jugendreferent Michael Bosqui Sofas im Gottesdienstraum auf. Die Jugendliche sollen sich wohlfühlen. Sie sollen bequem sitzen. Sie sollen sich willkommen fühlen. 

Im Psalm vom guten Hirten geht der Beter sogar noch einen Schritt weiter. Dort heißt es: Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde. Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein. Da wird gegessen und getrunken, gefeiert und getanzt im Hause Gottes. Gott will, dass es uns gut geht. Dass wir fröhlich sind. Dass wir das Leben genießen können. Dafür stehen symbolisch die Sofas im Altarraum. Fühlt euch willkommen, sagt Gott. Lasst euch von mir beschenken. Ihr seid meine Ehrengäste. Ihr sitzt bei mir in der ersten Reihe. 

Manfred Siebald hat dazu mal ein Lied geschrieben. Auch er fühlt sich im Hause Gottes pudelwohl. 

In deinem Haus bin ich gern, Vater,
wo du mein Denken füllst;
da kann ich dich hören, Vater, sehn, was du willst.
In deinem Haus will ich bleiben, Vater;
du weist mich nicht hinaus,
und nichts soll mich vertreiben, Vater, aus deinem Haus.
In deinem Haus bin ich gern, Vater,
weil du die Sonne bist und nicht nur ein Stern, Vater, der mich vergisst.
In deinem Haus will ich bleiben, Vater;
füll du mich völlig aus,
und nichts soll mich vertreiben, Vater, aus deinem Haus.
In deinem Haus hör ich gern, Vater,
was du zu sagen hast;
auch das will ich hören, Vater, was mir nicht passt.
In deinem Haus will ich bleiben, Vater;
füll du mich völlig aus.
Dann kann mich nichts vertreiben, Vater, aus deinem Haus.
Mein ganzes Leben soll dein Haus sein, Vater –
dein Haus, das du für dich nach deinen Plänen baust,
mein Vater, und nicht für mich.
In diesem Haus sollst du bleiben, Vater;
füll du es völlig aus,
und nichts soll dich vertreiben, Vater, aus diesem Haus. 

In diesem Sinne ist es schade, dass die Sofas aus der St. Viktor Kirche wieder verschwunden sind. Aber keine Sorge: jetzt werden sie von unseren Kindern und Jugendlichen genossen.

Ihr Hartmut Görler

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