Das Wort zur Wochenmitte

Bild: Adobe Stock – by-studo

Liebe Menschen!

Nachts sehe ich in den letzten Tagen im wolkenlosen Himmel einen hellen schönen Mond, der nach und nach zunimmt und auch jetzt schon – obwohl noch lange nicht voll – mit seinem silbrigen Licht die Erde benetzt. Das ist geheimnisvoll und wundervoll. Alles sieht anders aus in diesem Licht, irgendwie verzaubert.  

Tagsüber dagegen darf die Sonne in diesen Tagen ihre volle Kraft entfalten. Ungebremst von Wind und Wolken lässt sie uns ihre Wärme spüren. Und wir haben Hochsommer-Gefühle, obwohl der Juni noch nicht einmal begonnen hat. 

Viele lichte Momente erhellen uns – sei es des Nachts, sei es bei Tage – die Seele und das Gemüt. 

Die meisten von uns kennen die Sonne besser als den Mond. Nur manche von uns sind nachtaktiv und genießen das Mondlicht ausgiebig. Ich meine, beides tut uns gut. Denn die Sonne durchleuchtet und erhellt alles, auf das ihre Strahlen trefft. Und der Mond zeigt uns eine andere Schönheit. Die von ihm beschienene Welt scheint voller Wunder und Geheimnisse zu sein. 

Alte Kulturen sahen Gottheiten in Mond und Sonne. Unsere angestammte jüdisch-christliche Tradition erinnert uns daran, dass Sonne, Mond und Sterne Geschöpfe Gottes sind, uralt und ehrwürdigt. Licht- und Gezeitenbringerinnen, die ein Leben auf der Erde erst möglich machen. „Gott machte zwei große Lichter,“ dichteten die alten vorwissenschaftlichen Hebräer vor 2500 Jahren. „Das größere sollte den Tag beherrschen und das kleinere die Nacht. Dazu kamen noch die Sterne.“ (Gen 1,16). 

Ich wünschte mir, wir würden das Leben hier auf Erden weniger selbstverständlich nehmen. Ich wünschte mir, wir würden mehr Dankbarkeit empfinden für all die großen und kleinen Lichter in unserem Leben, nicht zuletzt das Lebenslicht in uns selbst. Ich wünschte mir schließlich, wir würden uns selbst sehen als Eingeladene im großen Kreislauf des Lebens, als Teilnehmende im Netzwerk des Universums, als Geliebte in Gottes großem Lebensspiel mit Happy End. Das ist jedenfalls meine Sicht und Hoffnung. 

Zurück zu Sonne und Mond. Wir brauchen beide Lichter für eine umfassendere Sicht auf die Welt. Das möchte ich zum Schluss mit einem Gedicht bekräftigen.

Lasst Euch bescheinen!

Ihr und Euer Tom Damm

Im Sonnenlicht siehst du die Dinge hell und klar.
Du deutest und verstehst mit dem Verstand.
Das Sonnenlicht zeigt der Vernunft, was gut und wahr,
was offen liegt und sichtbar auf der Hand.

Im Mondlicht siehst du deine Welt nicht mehr so klar;
bestaunst im fahlen Schein ein neues Land. 
Im Mondlicht nimmst du stärker das Geheimnis wahr,
den Zauber, der im Sonnenlicht verschwand.

Das Licht des vollen Mondes regt die Seele an,
mit ihren inn’ren Kräften zu verstehn.
Das Sonnenlicht, es schlägt den Geist in ihren Bann.
Und beides brauchst du, willst du tiefer sehn. 

PHP Code Snippets Powered By : XYZScripts.com