
Singing in the rain!
Liebe Leserin, lieber Leser,
beim Regen dieser Tage kam mir der 1929 geschriebene Filmschlager in den Sinn, der vor allem durch die Performance von Gene Kelly 1952 populär wurde.
Ich singe im Regen
Ich lache die Wolken aus
So dunkel dort oben über mir
Die Sonne ist in meinem Herzen
Und ich bin bereit für die Liebe
Ich laufe die Allee entlang
Mit einem fröhlichen Refrain
und singe,
singe einfach nur im Regen
Fröhlich im Regen zu singen, klappt nicht immer.
Es gibt auch Situationen, da kann man Regen überhaupt nicht brauchen.
Und schutzlos von heftigem Regen überrascht zu werden, ist alles andere als lustig.
Ich möchte trotzdem eine Lanze für den Regen brechen.
In den letzten Wochen war es – mal wieder – viel zu trocken für die Pflanzen und die Natur. Am letzten Wochenende führte dies an verschiedenen Stellen in Deutschland und Europa zu Waldbränden – eigentlich viel zu früh im Jahr.
Aber weil wir nach wie vor nicht bereit sind, unser Verhalten in puncto Mobilität drastisch und nachhaltig zu ändern, weil wir nach wir vor zu viel mit dem Auto fahren, zu oft Flugreisen tätigen und Kreuzfahrten genießen, dürfen wir uns nicht beschweren über den Klimawandel mit seinen zunehmenden Dürrezeiten, aber auch Unwettern; mir wird bei dem Gedanken mulmig.
Und doch möchte ich im Regen singen und lachen, anstatt über das Sauwetter zu schimpfen. Der alte Schlager lehrt mich, mich von dem inspirieren zu lassen, was mich im Herzen erfreut: das mag die Liebe sein, eine schöne Begegnung mit einem Menschen,
ein wunderbares Bild, ein bezauberndes Lied oder ein inspirierender Bibelvers.
Zudem lehrt mich der Regen, nicht nur zu schauen, was ich mir selbst wünsche,
sondern auch darauf zu achten, was für andere gut ist und uns allen nachhaltig nützt.
So möchte ich dankbar und zuversichtlich singen – für Mensch und Tier, für die Natur und auch für das Klima – und ich wünsche mir, dass es nicht nur beim Singen bleibt.
Ihr/Euer Achim Dreessen