
Ostern ist,
wenn Hoffnung lebendig ist –
nicht nur einmal im Jahr,
Hoffnung säen
Wo ich Hoffnung brauche – gerade in diesem Frühjahr…
… bei den frühen Magnolienblüten in diesem Jahr – die Februar-Sonne hat sie wachgeküsst – und dann kommt Schnee und Graupel und Reif – es wird noch einmal kalt – halten sie durch? Gibt es Hoffnung?
Wo ich Hoffnung brauche – ganz allgemein…
… bei steilen Wegen, dass mir nicht die Luft wegbleibt und der Akku reicht
… dass nichts so schlimm ist, wie es scheint
… beim Geduldsspiel, dass ich es diesmal lösen kann
… bei der Frage: Kannst du mir noch einmal verzeihen?
… als hoffnungsloser Fall auf eine zweite Chance (oder eine dritte und vierte)
… bei der Weltlage, dass einer eine neue Verbindung schafft zu alten Freunden, dass eine die Idee hat, wie man zum Frieden locken kann, dass wir durchhalten bis das geschieht
… bei der Kirche, dass Gottes Geist Ideen hat, wo uns die Ideen ausgehen, dass er von Neuanfängen weiß, wenn uns die Schuld erdrückt, dass er die Gemeinschaft stärkt und bunt macht und interessant und Menschen neu dazuholt
Ja, Hoffnung wäre gut!
Ob es einen Hoffnungssamen gibt?
… vielleicht wächst Hoffnung, wenn ich nicht die ganze Zeit auf den Akku-Stand starre und mir dabei die Puste ausgeht. (mal ganz banal gesagt)
… vielleicht, wenn ich mich daran erinnere, wie oft etwas gut ausgegangen ist
… vielleicht, wenn ich mit mir selbst Geduld habe
… vielleicht, wenn ich endlich mal ehrlich bin – mit mir selbst und anderen
… vielleicht, wenn ich selbst anderen eine neue Chance gebe
… vielleicht, wenn ich mich selbst einsetze und nicht immer nur warte, dass mir Lösungen präsentiert werden
… vielleicht, wenn ich neue Ideen in meinem Herzen bewege und diskutiere und mir die Möglichkeit ausmale, die in ihnen stecken.
Vielleicht wächst dann Hoffnung – so wie aus dem Sonnenblumenkern diese Sonnenblume gewachsen ist.
Hoffnung säen – Ostern ist ein Hoffnungssamen.
Gott setzt darauf, dass das Unmögliche möglich wird.
Ihre Pfarrerin Claudia Bitter

