Das Wort zur Wochenmitte

Liebe Leserin, lieber Leser!

Kürzlich sagte meine Frau zu mir: Lass uns mal wieder etwas unternehmen! Wir sind schon länger nicht mehr ausgegangen. Gesagt, getan. Ich habe bei der Ticket-Hotline des Dortmunder Konzerthauses angerufen und uns für den nächsten Abend Symphoniekonzert-Karten bestellt. Voller Vorfreude haben wir uns an besagtem Abend schick angezogen und sind losgefahren. Nach einem leckeren Glas Sekt sind wir dann auf die Suche nach unserem Plätzen gegangen. Aber was haben wir erlebt?! Unsere Plätze waren schon besetzt! Und dann schaue ich noch einmal genau auf unsere Tickets. Oh nein, sie waren auf den Abend vorher ausgestellt. Da war nichts zu machen, wie wir es auch gedreht und gewendet haben. Wir mussten wie begossene Pudel wieder nach Hause fahren… 

Auf dem Weg sprachen wir dann darüber, warum uns das geschehen ist. Was wir daraus lernen können. Und wie wir am besten damit umgehen. Und wir sind wieder dahin gekommen, was wir öfter einüben wollen, wenn das Leben uns durchschüttelt: Wir wollen lernen, anzunehmen, was mit uns geschieht. Und was wir nicht ändern können. Die Lektion heißt also, und vielleicht ist das ja auch eine Aufgabe, die das Leben Euch und Ihnen stellt:

Annehmen, was ist. 

Es lebt sich fröhlicher, wenn wir uns nicht immer innerlich auflehnen, wenn das Leben uns hier und da einen Strich durch die Rechnung macht. Und es erfordert eine Portion Gelassenheit, die ich nicht einfach habe. Nein, ich kann sie aber einüben. Und das versuche ich schon seit Jahren. Für jemanden, der eigentlich ein ungeduldiger Mensch war, ist das nicht ganz so einfach. Aber es ist gut, die Dinge so zu nehmen, wie sie kommen. Und sich nicht immer daran abzuarbeiten. Mir fällt das bekannte Gebet des amerikanischen Theologieprofessors Reinhold Niebuhr ein, das Dietrich Bonhoeffer bei uns bekannt gemacht hat: 

Gott gebe mir die Gelassenheit,
Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann;
den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann;
und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

Schon diesen Satz hier aufzuschreiben und noch einmal zu lesen, tut gut. Eine hilfreiche Lebensweisheit, die mich seelisch gesünder machen kann. Ich empfehle sie uns allen. Am Schluss sage ich es, wie so oft, noch einmal mit einem Gedicht, und wünsche Euch und Ihnen eine gute und entspannte Zeit! 

Ihr und Euer Tom Damm

Oft kämpfte ich mich durch den Tag,
ich war gefordert Schlag auf Schlag,
und müde schon am Nachmittag.
Wollt so nicht länger Leben. 

Inzwischen nehme ich mir Zeit
und üb mich in Gelassenheit.
Mach mich, für das was kommt, bereit.
Kann nehmen und kann geben. 

Das, was ich schaffe, schaffe ich.
Und was zu viel ist, lasse ich.
Was kommt, das akzeptiere ich.
So kann ich glücklich leben. 

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