
Liebe Leserin. Lieber Leser,
die Fastenzeit hat angefangen, mit ihr die Aktion Sieben Wochen ohne, in diesem Jahr mit dem Motto Mitgefühl! Sieben Wochen ohne Härte
Fastenzeiten gibt es überall auf der Welt, das ist keine spezielle religiöse Erfindung. Wir kennen z.B. Heilfasten als medizinisch sinnvolle Methode.
Fasten – etwas weglassen, auf etwas verzichten!?
Als ich n och im Schuldienst war, haben wir bei der Aktion Sieben Wochen ohne vor allem mit den unteren Klassen mitgemacht. Sieben Wochen ohne Süßigkeiten, ohne Handy, ohne PC –Spiele, aber auch ohne Streitereien mit Geschwistern, mit Mitschülerinnen oder Mitschülern, ohne böse Worte.
Das kommt dem Thema der diesjährigen Aktion schon ziemlich nah. Es geht um das Miteinander. Den Kindern war sehr wohl bewusst, dass Konflikte, dass Beleidigungen nicht nur etwas mit dem Gegenüber machen, sondern auch mit einem selber. Das ist uns Erwachsenen auch bewusst.
Mit Gefühl – Mitgefühl, mit meinem Mitmenschen mitfühlen, ein offenes Ohr haben, Zuwendung ohne Vorurteile, ohne „ selber schuld!“
Härte ist in manchen Situationen sicher angebracht, aber das bedeutet nicht, kalt und gefühllos zu sein für die Situation anderer.
Mir hat es in einer schwierigen Situation sehr geholfen, dass mir meine Fehler nicht vorgehalten wurden, die mich erst in dieses Lage gebracht hatten, sondern dass mir Mitgefühl und tatkräftige Unterstützung weitergeholfen haben.
Gewiss, wir werden es nicht immer schaffen, mit Mitgefühl und ohne Härte unseren Mitmenschen zu begegnen. Da wären wir sicher überfordert. Wir können nur immer wieder versuchen.
Das folgende Gebet in der Tradition des Franz von Assisi könnte da eine Unterstützung sein, die ich in diesen sieben Wochen und darüber hinaus immer wieder lesen werde.
O Herr, mache mich zu einem Werkzeug deines Friedens,
dass ich Liebe übe, wo man sich hasst,
dass ich verzeihe, wo man sich beleidigt,
dass ich verbinde, wo Streit ist,
dass ich die Wahrheit sage, wo der Irrtum herrscht,
dass ich den Glauben bringe, wo der Zweifel drückt,
dass ich Hoffnung wecke, wo die Verzweiflung quält,
dass ich ein Licht anzünde, wo die Finsternis regiert,
dass ich Freude mache, wo der Kummer wohnt.
Ihre Dorothe Müller