Das Wort zur Wochenmitte

Bei uns mussten sie abbiegen und irgendwie über die Brücke kommen – die Schafe und Ziegen und Schäfer*innen sind auf dem Weg zur nächsten Weide durch Villigst gezogen und kamen auch an unserer Haustür vorbei. Was für ein Spektakel! Auch bei uns am Stadtrand sieht (und hört) man das nicht alle Tage! 

Ein Schäfer ging voran und zwei hielten von hinten die Herde zusammen. Dazu viele Schaulustige am Straßenrand. So ging es über die Brücke. Einfach immer den Weg weiter.    

Und auch Lämmer sind schon dabei und haben das Ziel vor Augen. Wie sie allerdings in dem Gewühle noch wissen, wo die Mutter ist, wie sie auf der glatten Brücke fallen und sich nicht die Beine brechen, sondern wieder aufstehen – das bleibt ein Geheimnis. Entschlossen und mutig sehen sie aus. Unbekümmert.  

Schafe auf dem Weg – geführt und gelenkt und geschubst. Und der Weg geht über Brücken, die Glatteis haben, über die Ruhrbrückenkreuzung mit den vielen Wegen, die abgehen, den Villigster Berg hoch, links ab in den Rheinener Weg, wo hinter der Brücke Grün und ein freies Feld warten.

Schafe auf dem Weg – Das Bild nehme ich mit in diesen letzten Tag im Jahr. Ein neues Jahr wartet. Ein Blick über die Schulter lässt mich zurückschauen. Hinter mir das alte Jahr, hinter mir mein Weg durch Zeit und Leben. Vor mir ein neuer Weg – unbekannt, vielleicht mit Glatteis, vielleicht mit Hindernissen, vielleicht mit schönen Ausblicken und bestimmt mit allem, was ich zum Leben brauche. 

Wie die Schafe sich am Schäfer orientieren und lenken und leiten lassen, so kann ich mich bei meinem Weg durch das Leben Gott anvertrauen. Das macht mir Mut!

Das sagt mir der Psalm vom guten Hirten. Seine Worte kommen mir in den Kopf. 

„Der Herr ist mein Hirte, mir wird nichts mangeln.
Er weidet mich auf einer grünen Aue und führet mich zum frischen Wasser.
Er erquicket meine Seele. Er führet mich auf rechter Straße um seines Namens willen.
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück; 
denn du bist bei mir, dein Stecken und Stab trösten mich.
Du bereitest vor mir einen Tisch im Angesicht meiner Feinde.
Du salbest mein Haupt mit Öl und schenkest mir voll ein.
Gutes und Barmherzigkeit werden mir folgen mein Leben lang,
und ich werde bleiben im Hause des Herrn immerdar.

Psalm 23

Ein gesegnetes und behütetes Neues Jahr wünscht

Ihre Pfarrerin Claudia Bitter

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