
Liebe Leserin, lieber Leser,
wie sieht es bei Ihnen/ bei euch aus so kurz vor dem 1. Advent?
Ist schon alles geschmückt? Sind die Plätzchen schon gebacken? Wurden schon alle Weihnachtsgeschenke besorgt? Oder gehören Sie/ gehört ihr zu der Gruppe derer, die ganz gelassen die Zeit bis Weihnachten auf sich zukommen lassen, die warten können?
Mit dem Warten ist das ja so eine Sache, sei es im Supermarkt an der Kasse, an der Bushaltestelle, am Info -schalter oder wo auch immer. Das Warten macht kribelig, ungeduldig, vielleicht auch aggressiv – wer kennt das nicht!
Sonntag haben wir den 1. Advent, den ersten von vier Sonntagen, die uns auf Weihnachten vorbereiten sollen.
Die Adventslieder wollen uns auf die Ankunft des versprochenen Gottessohnes, des Retters, vorbereiten, den schon die Propheten des Alten Testaments angekündigt haben.
Die Adventszeit – Zeit der Erwartung?!
Erwarten wir überhaupt noch etwas oder sind wir des Wartens müde geworden, weil sich in unserem Leben und in der Welt so gar nichts mehr gibt, auf dass es sich zuwarten lohnt?
Von Dietrich Bonhoeffer stammt der Ausspruch: Advent heißt warten können.
Wann er diesen Satz gesagt hat, weiß ich nicht. Aber er macht mir gerade in dieser Zeit Mut, mich auf die hoffnungsvollen Texte der Adventslieder einzulassen., auch wenn sie zum Teil schon mehrere hundert Jahre alt sind.
Die Menschen damals waren nicht naiv was ihre Lebensumstände betraf, aber die Lieder haben ihnen Hoffnung gegeben, auch schlimme Zeiten zu überstehen, selbst wenn Erwartungen sich nicht oder nur ein wenig erfüllt haben.
Ich wünsche Ihnen/ euch eine gute und getroste Zeit des Wartens.
Von guten Mächten wunderbar georgen
D. Bonnhoeffer
erwarten wir getrost, was kommen mag.
Gott ist bei uns am Abend und am Morgen
und ganz gewiss an jedem neuen Tag.