#Leuchtfeuer der Ruhe

Liebe Leserin,
lieber Leser.
Dein Wort ist meines Fußes Leuchte und ein Licht auf meinem Weg.
Psalm 119,105
Am Sonntag bin ich frisch erholt aus dem Urlaub zurückgekommen. In diesem Sommerurlaub in Scharbeutz durfte ich mit meiner Familie wieder eine kostbare Zeit erleben. Zwischen Strandspaziergängen, dem Lachen meiner Kinder und den langen Abenden am Meer kam ich zur Ruhe. Es war, als würde die Seele einmal tief durchatmen. Und mitten in dieser friedlichen Zeit lag sie auf einmal da – die ELBE 1. Ein Leuchtfeuerschiff, das früher Seeleuten den Weg wies, wenn die Küste fern und die Nacht finster war.
Ich habe das Foto aufgenommen, als sie dort vor Anker lag. Still, aber kraftvoll. Ein Symbol für Orientierung und Sicherheit. Als ich sie dort ruhend in der Ostsee liegen sah, dachte ich: So ist auch Gott. Inmitten der Unruhe unseres Alltags, der vielen Stimmen, die uns treiben, liegt er wie ein Leuchtfeuer vor Anker in unserem Leben. Nicht laut, nicht aufdringlich – aber da. Verlässlich. Klar. Führend.
Die ELBE 1 – offiziell „Bürgermeister O’Swald II“ – war das größte bemannte deutsche Feuerschiff und lag über 40 Jahre lang auf der Position in der gefährlichen Elbmündung. Dort warnte sie vor Untiefen, zeigte Schiffen den sicheren Weg in die Elbe und wurde bei schwerer See zur
Lebensversicherung für viele Seeleute. Heute liegt sie als maritimes Denkmal in Cuxhaven – und doch bleibt ihre Botschaft lebendig.
Der Urlaub war für mich nicht nur Erholung, sondern in der Nachbetrachtung auch eine kleine geistliche Einkehr. Ich habe gespürt, wie wichtig es ist, sich Zeiten der Stille zu gönnen. Zeiten, in denen Gottes Licht wieder sichtbar wird. In denen wir erkennen: Wir sind nicht allein unterwegs. Sein Wort ist wie ein Leuchtfeuer – es zeigt uns den Weg, wenn wir ihn verloren glauben. Es schenkt uns Ruhe, wenn wir erschöpft sind. Es gibt uns Hoffnung, wenn wir zweifeln.
Vielleicht ist die ELBE 1 auch ein Bild für uns als Christen. Wir sind berufen, Leuchtfeuer zu sein – für andere, die auf stürmischer See unterwegs sind. Nicht aus eigener Kraft, sondern weil Gottes Licht in uns leuchtet. Ein Licht, das tröstet, ermutigt und den Weg weist.
Ihr und euer Daniel Groß