
Bei mir am Kühlschrank hängt ein Jahreskalender, aufgeteilt von Januar bis Juni und Juli bis Dezember. Ganz altmodisch trage ich Termine ein, immer sichtbar.
Beim Blick auf den Kalender bekam ich einen kleinen Schreck, als mir klar wurde, dass es gar nicht mehr so lange dauert, bis wir, ob wir wollen oder nicht, auf Advent und Weihnachten hingewiesen werden.
Meine Großmutter würde jetzt sagen: „Meine Güte, wo ist die Zeit nur geblieben?“
Und vielleicht geht es Ihnen/ euch auch so. 24 Stunden hat jeder Tag und doch scheint es oft so, als würde die Zeit immer schneller vergehen.
Eine Frage des Älterwerdens?
Ich denke nicht, aber die Zeiten werden gefühlt immer hektischer und unübersichtlicher. Mir kommt es manchmal so vor, als könnten wir es uns nicht mehr erlauben, uns Zeit zu nehmen für ein ausführliches Gespräch, für eine sorgfältige Recherche, für ein ein Miteinander ohne Blick auf die Uhr. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.
Ich weiß, ich habe gut reden, denn ich muss meinen Alltag nicht mehr jeden Tag nach Stunden und Minuten ordnen. Vielleicht hatten Sie/ hattet ihr gerade Ferien und die Möglichkeit, die Hektik des Alltags ein wenig ruhen zu lassen.
Wunderbar, wem das gelingen kann!
Ich weiß nicht,woher der Ausspruch stammt, man solle dem Leben nicht mehr Jahre, sondern den Jahren mehr Leben geben.
Der französische Philosoph und Mathematiker Blaise Pascal hat einmal gesagt: „Die Gegenwart ist die einzige Zeit, die uns wirklich gehört und die wie wir nach Gottes Willen nutzen sollen.“
Damit hat er sicher nicht gemeint, alles, was nur eben möglich ist zu unternehmen, um den Jahren mehr Leben zu geben. Das wäre wieder nur Hektik und Stress.
Das Lied Meine Zeit steht in deinen Händen macht für mich deutlich, wie wir getrost mit der Zeit, die uns bleibt, leben können.
Meine Zeit steht in deinen Händen.
Nun kann ich ruhig sein, ruhig sein in dir.
Du gibst Geborgenheit, du kannst alles wenden.
Gib mir ein festes Herz, mach es fest in dir.
1.Sorgen quälen und werden mir zu groß.
Mutlos frag ich, was wir morgen sein?
Doch du liebst mich, du lässt mich nicht los.
Vater, du wirst bei mir sein.
2. Hast und Eile, Zeitnot und Betrieb
nehmen mich gefangen, jagen mich.
Herr, ich rufe: Komm und mach mich frei!
Führe du mich Schritt für Schritt.
3. Es gibt Tage, die bleiben ohne Sinn.
Hilflos seh ich, wie die Zeit verrinnt.
Stunden, Tage, Jahre gehen hin,
und ich frag wo sie geblieben sind.
Ihre Dorothe Müller