Das Wort zur Wochenmitte

Lasten-Tetris – ein Schiff wird mit Containern beladen, möglichst lückenlos und möglichst sicher, damit die Ladung im Auf und Ab der Ozeanwellen nicht über Bord geht. Der Kranführer im Containerhafen muss aus 135 Meter Höhe erkennen, in welcher Lücke welcher Container am besten gelagert wird. In den Containern werden die Lasten über die Meere transportiert. So funktioniert heute der Welthandel (wenn nicht irgendein Zollstreit alles behindert). 

Ich musste an die Figuren bei dem Computerspiel Tetris denken, die ja so lange hin und her geschoben werden, bis sie möglichst lückenlos aufeinandergetürmt sind. Nur sind beim Tetris die Blöcke unterschiedlich groß und bestehen aus unterschiedlich vielen Quadraten. In den Containerhäfen sind alle Container gleich lang, gleich breit, gleich hoch. Trotzdem finde ich: das Containerschiff auf der Elbe hat irgendwie Ähnlichkeit mit dem, was beim Tetris-Spiel am Ende herauskommt. 

Lasten-Tetris – die anderen Lasten fallen mir ein – Steine auf dem Herzen, Sorgen, die lasten – auch da finde ich, dass der Vergleich mit dem Tetris-Spiel passt. Wenn die Gedanken mich nicht einschlafen lassen, ist es, als würde ich alles hin- und herschieben, bis ich endlich die richtig große Lücke in meinen Gedanken dafür gefunden habe. Manchmal kann das dauern. 

Es wäre schön, wenn diese Schiffsladung von Sorgen und düsteren Gedanken einfach so einzuordnen wäre, und ich jetzt schon klar hätte, was morgen wird. Und manchmal kommt mir die Blitzidee und ich schreibe sie auf, damit ich es morgen noch weiß, was ich heute Nacht Geniales gedacht habe. Und am nächsten Morgen ist die Idee weder schlau noch irgendwie in die Tat umzusetzen. Und überhaupt – oft ist die nächtliche Sorge bei Tageslicht betrachtet doch eigentlich gar nicht so dramatisch. Warum habe ich mir so viele Gedanken gemacht?

Ob mir da der Monatsspruch vom Juli 2025 helfen kann: 

Macht euch keine Sorgen. Im Gegenteil: Wendet euch in jeder Lage an Gott. Tragt ihm eure Anliegen vor in Gebeten und Fürbitten und voller Dankbarkeit. Philipper 4,6

Das Sorgen-Tetris unterbrechen. Im Gebet geht das, sagt Paulus. Vor Gott kann ich meine Gedanken bewegen und die Lasten und Sorgen sortieren. Manches ist überschaubar und ich kann dafür morgen Pläne machen und es in Angriff nehmen. Da hilft ein Zettel auf dem Nachttisch für eine kleine Notiz. 

Manches ist unüberschaubar, ich weiß jetzt noch gar nicht, ob es eintritt oder nicht. Dann sind die Sorgen heute unnötig, und ich sollte sie auf später verschieben, wenn es wirklich dran ist.  

Vieles übersteigt auch meine Macht, ist für mich ein Rätsel und bleibt es auch. Darum kann ich da gar nichts planen und klären und tun. Das muss ich dann ihm, Gott, überlassen, ihm anvertrauen. Oder warten, bis es dran ist, und im Gebet klären, was mein eigener Anteil an der Lösung sein kann. Und dabei auf Kraft hoffen und auf neue Einsicht, auf Gemeinschaft, die gemeinsam trägt und die Lasten auf den Schultern verteilt. Im Gebet kann ich um all das bitten. 

Nicht nur für persönliche Sorgen kann das helfen, sondern auch in den Gesprächen, wo wir nicht weiterkommen, könnte so eine Unterbrechung mit Gebet eine Hilfe und ein Segen sein. Dann verlieren wir uns nicht im Lasten-Tetris. Viel Zuversicht wünscht 

Ihre Pfarrerin Claudia Bitter

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