Das Wort zur Wochenmitte

Liebe Leserin, lieber Leser,

seit meiner Studienzeit in Heidelberg laufe ich jedes Jahr beim Heidelberger Halbmarathon mit. Es ist eine der schönsten Laufstrecken überhaupt. Sie führt über den Philosophenweg und die Höhenpfade rund um die Stadt. Von dort hat man einen wunderschönen Ausblick auf den Neckar und das Heidelberger Schloss. Letzten Sonntag war es wieder so weit. Dieses Jahr bin ich leider nicht gut in Form und habe viel länger als sonst gebraucht. Jede Hobbysportlerin und jeder Hobbysportler kennt das: Es gibt Zeiten, in denen man besser in Form ist als in anderen. In jedem Training gibt es Höhen und Tiefen. 

Für mich sind die ersten Kilometer die anstrengendsten. Die Beine sind noch schwer und der Kopf ist voller Gedanken. Aber wenn ich dranbleibe, wird’s leichter. Irgendwann läuft es sich fast wie von selbst. Der Körper findet seinen Rhythmus – und der Kopf wird frei.

Unser Lebensweg ist auch ein solcher Lauf. Beim Propheten Jesaja heißt es:
„Aber die auf den HERRN hoffen, kriegen neue Kraft, dass sie auffahren mit Flügeln wie Adler, dass sie laufen und nicht matt werden, dass sie wandeln und nicht müde werden.“ (Jes 40,31)

Auch der Glaube verändert sich bei diesem Langstreckenlauf des Lebens. Es geht nicht darum, möglichst schnell und fehlerfrei am Ziel zu sein. Sondern darum, Schritt für Schritt weiterzugehen, auch wenn es schwerfällt. Mal bin ich leichtfüßig unterwegs, mal schleppen ich mich mühsam voran. Aber wir sind nicht allein unterwegs. Gott läuft mit uns – mal als Kraftquelle, mal als stiller Begleiter.

Vielleicht kann ein kleiner Lauf oder Spaziergang an diesem Maiwochenende nicht nur dem Körper guttun, sondern auch der Seele: Zeit zum Atemholen, Loslassen, Weitergehen – im Vertrauen darauf, dass Gott unsere Schritte lenkt. Ich jedenfalls werde weiterlaufen und freue mich schon auf den Halbmarathon im nächsten Jahr!

Gesegnete Schritte auf Ihren und Euren Wegen!

Ihr Jannis Graf

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