Dienstag, 19. Mai 2020

Den Kopf aus dem Sand stecken.

Moment mal. Da ist doch was falsch. Heißt das nicht anders? Ach ja: den Kopf in den Sand stecken!

Diese Formulierung ist uns vertrauter. Wenn das Leben anstrengend wird. Wenn wir nicht wirklich weiterwissen. Wenn wir uns den Problemen nicht ernsthaft stellen wollen. Dann stecken wir gerne auch mal den Kopf in den Sand. Die Skulptur mit den zwei oder drei Köpfen – zufällig gefunden auf der kürzlich eröffneten Landesgartenschau in Kamp-Lintfort – dreht unsere Erfahrungen komplett um. Da stecken doch tatsächlich die Figuren ihren Kopf aus dem Sand heraus.

Ich denke an Josua. Ein junger Bursche mit einer übergroßen Aufgabe. Er soll in die Fußstapfen des Moses treten. Er – der Unerfahrene – soll das Volk Israel führen. Das kann er nicht, denkt er sich. Das traut er sich nicht zu. Über den Jordan. In ein Land, in dem schon ein Volk wohnt. Ein aussichtsloses Unternehmen. Wenn ich er wäre, ich hätte den Kopf in den Sand gesteckt. Da hört Josua Gottes Worte: Ja, ich sage es noch einmal: Sei mutig und entschlossen! Lass dich nicht einschüchtern und hab keine Angst! Denn ich, der HERR, dein Gott, stehe dir bei, wohin du auch gehst. Gott ermutigt den jungen Mann: Steck den Kopf aus den Sand! Mach dir Augen auf! Mach dich auf den Weg! Fasse Mut! Vertraue mir! Ich bin bei dir, wohin du auch gehst!

Ihr Hartmut Görler