Montag, 18. Mai 2020

Das Wort zum Tag

Masken sind schön. Ich kann jemand anderer sein, kann mich dahinter verstecken. Und was wäre ein Karneval ohne Masken, z. B. in Venedig!

Aber Gottesdienst mit Masken? Das konnten wir uns bisher nicht vorstellen.

Gestern habe ich in meiner Heimatgemeinde einen „Maskengottesdienst“ besucht. Es war der erste Gottesdienst seit dem 8. März.

Es war schon ein komisches Gefühl, als vor der Kirche jemand meine Daten aufgenommen hat, ich hätte auch eine Maske bekommen, hätte ich keine dabei gehabt, die Handdesinfektion und dann den mit Klebeband markierten Wegen zu folgen bis zur Bank, auf der immer nur rechts und links je zwei Personen sitzen durften. Manch einen Gottesdienstbesucher konnte ich trotz Maske sogar erkennen.

Die Pfarrerin begrüßte sichtlich erfreut die Gemeinde: „Ich erkenne die meisten von euch noch, auch nach der langen Zeit! Ihr könnt die Lieder mitsummen oder auch mitsingen, wenn ihr wollt. und auch den Psalm.“ In sicherem Abstand von der Gemeinde standen einige Mitglieder des Chores, damit der Gottesdienst nicht gar zu still verlaufen sollte. Aber selber singen und beten mit Maske!? Zum Glück ist das ja nicht verboten. Es hat funktioniert. Zu meiner großen Freude haben sich einige Besucherinnen und Besucher getraut und mitgesungen und mitgebetet.

Während des gesamten Gottesdienstes hat man der Pfarrerin angemerkt, wie froh sie war, dass sie wieder echte Menschen vor sich hatte und nicht in eine Kamera blicken musste. Obwohl Video – Gottesdienste in Zeiten wie diesen durchaus eine Möglichkeit sind, überhaupt seine /ihre Kirche und seinen/ ihren Pfarrer/ Pfarrerin zu sehen.

Gewiss, ich wünsche mir auch wieder die „normalen“ Gottesdienste zurück, mit Banknachbarinnen und Banknachbarn, mit vielen Liedern zum Mitsingen, mit Handschlag zur Begrüßung und zur Verabschiedung.

Ich bin mir sicher, auch wenn wir die Maseken noch lange tragen müssen, sie werden uns nicht daran hindern, uns sonntags in unsereren Kirchen wieder heimisch zu fühlen, gemeinsam zu singen und zu beten, zwar schallgedämmt, aber hörbar.

„Bewahre uns Gott, behüte uns Gott,
sei mit ubs vor allem Bösen.
Sei Hilfe, sei Kraft,
die Frieden schafft,
sei in uns, uns zu erlösen.“

Bleiben Sie behütet und vergessen Sie nicht zu lächeln, trotz Maske!

Ihre Dorothe Müller