Bericht der Städtepartnerschaftsfahrt nach Hastings vom 22. bis 25.09.2017

In seiner Sitzung vom 15. Mai 2017 hat das Presbyterium der Ev. Kirchengemeine Schwerte beschlossen, die Beziehungen zur anglikanischen Partnergemeinde in Hastings, die von 1982 bis 2012 lebendig gestaltet wurde und seitdem eingeschlafen ist, wenn möglich neu zu beleben. Alternativ kann auch eine neue Gemeindepartnerschaft aufgenommen werden. Damit wurde ich als Stadtkirchenpfarrer auf eigenen Wunsch betraut.

Ein erster Schritt bestand darin, Teil der Organisation der städtischen Partnerschaft zu werden und dem damit beauftragten AK beizutreten. Als Teilnehmer der o.g. Partnerschaftsfahrt vom 22.-25.9.2017 wurde mir eine Gastfamilie zugeteilt, in der ich in dieser Zeit gewohnt und gelebt habe: ein älteres Rentnerpaar anglikanischer Konfession, die mir Kost und Logie gestellt und Regine Winkel und mir ein informatives Ausflugsprogramm geboten haben. Laurence und Enakshi Folwell waren auch bereit, mit uns den Sonntagsgottesdienst in der o.g. Partnergemeinde „St Leonard and St Ethelburga“ zu besuchen.

Die Partnergemeinde hat 2 Kirchen und Kirchenbezirke. Allerdings ist die architektonisch bedeutende Kirche St. Leonard (Foto rechts) direkt am Strand des gleichnamigen Ortes (2-3 km westlich von Hastings) inzwischen wegen Bauschäden dauerhaft geschlossen. Die nötigen 2 Mio Brit. Pfund sind nicht aufzubringen.

Am Sonntag, 24. September um 10 Uhr haben wir den Gemeindegottesdienst in St. Ethelburga mitfeiern können. Einige Zeit vor Beginn der Feier angekommen, konnte ich schon im Vorfeld in der Kirche einige Gespräche führen. Denn wir wurden freundlich und interessiert empfangen und gleich als fremde BesucherInnen erkannt. Drinnen herrschte ein lebendiger Trubel, es wurde schon vor dem Gottesdienst Tee und Kaffee ausgeschenkt und etwa 50 Menschen aller Generationen waren im Gespräch miteinander. Die überwiegende Mehrheit war allerdings im Rentenalter.

Im Gottesdienst wurde ich als Pfarrer der Ev. Kirchengemeinde Schwerte eingeladen, ein spontanes Grußwort zu halten. So konnte ich herzlich grüßen vom Presbyterium unserer Gemeinde und unser Anliegen benennen, die einst so lebendige Partnerschaft zwischen unseren Gemeinden wieder aufleben zu lassen. Die Zustimmung, das Interesse daran schien sehr breit zu sein. Das habe ich aus dem allgemeinen Nicken und der begeisterten Stimmung geschlossen, genauso aber aus den nachfolgenden Gesprächen im Anschluss an den Gottesdienst. Das bunte Treiben im Vorfeld und nachher, aber auch der Gottesdienst selbsthat mir diese Gemeinde als „low church“, also liturgisch nicht sehr formal, ausgewiesen. Gesungen wurde zu den Klängen einer „Rentnerband“, die mit 2 Gitarren, einer Bassistin und Flötistin, einem Mundharmonikaspieler und mehreren SängerInnen aufgespielt hat: überwiegend Anbetungslieder aus der charismatischen Tradition. Es gibt auch einen Organisten, der im Hauptberuf Taxifahrer sei und nur ab und zu kommen könne, wurde berichtet. Abendmahl haben wir zusammen gefeiert.

Die Gemeinde hat auf uns einen lebendigen, interessierten, zugewandten, sympathischen und nicht sehr wohlhabenden Eindruck gemacht. Einige Menschen haben das Interesse geäußert, in Zukunft auch unserer Kirchengemeinde zu besuchen. Wir sind überein gekommen, dass die Städtepartnerschaft zunächst eine ideale Plattform sei, Besuche und Gegenbesuche zu starten; voraussichtlich zunächst mit nur wenigen Menschen. Eigene Strukturen könnten später immer noch aufgebaut werden. Es wurde Interesse daran geäußert, über den Tellerrand zu schauen, ökumenische Kontakte aufzubauen, sich wieder besser kennen zu lernen und dem trennenden Brexit – auch in den Köpfen – etwas Gutes entgegen zu setzen.

Ich habe mich bereit erklärt, die Interessierten in St. Ethelburga mit dem Vorsitzenden des Partnerschaftsvereins in Hastings, Reg Wood, zu vernetzen. Reg Wood habe ich als einen kompetenten Netzwerker und engagierten Menschen im April beim Besuch der Engländer in Schwerte kennen gelernt und ihn privat im August 2017 in Hastings besucht, auch um über diese Zukunftsgedanken zu sprechen.

Für diesen ersten Besuch in Hastings ziehe ich eine positive Bilanz. Ich bin froh über die Gelegenheit der Kontaktaufnahme mit der ehemaligen Partnergemeinde, die mir Ehepaar Folwell geboten haben, und über die viel versprechenden Gespräche, die ich führen konnte. Dem Presbyterium danke ich für den Auftrag und die Unterstützung. Wenn sich im Frühjahr der Besuch einiger Mitglieder der Partnergemeinde ankündigen, werde ich mich zwecks Gastgebersuche in dieser Sache wieder melden

Best wishes!

Tom Damm