Liebe Freundinnen und Freunde unserer Kirchengemeinde,
von Anfang an war die Kirche Jesu Christi eine riesige Baustelle. Schon die ersten Christinnen und Christen werden im 1. Petrusbrief „lebendige Steine“ genannt. Sie werden eingefügt in das unsichtbare Gebäude, das Kirche heißt, damals wie heute.
Schon wieder sind einige Monate vergangen, und der Umbau von Kirche in Deutschland ist im vollen Gange. Wir hatten Ihnen zugesichert, regelmäßig über den Stand der Dinge in Schwerte zu berichten. Dem kommen wir gerne nach. Ich grüße Sie herzlich und freue mich über Ihr Interesse an unserer Kirchengemeinde. Auch in unserer Gemeinde ist eine ganze Menge passiert. Ich versuche Ihnen, einen entsprechenden Überblick zu geben.
Ursula-Werth-Begegnungsstätte
Wir haben die Begegnungsstätte an der Strangstraße in Wandhofen verkauft. Die GWG, die gemeinnützige Wohnungsbaugenossenschaft Schwerte, wird sie zum 1. Februar 2026 übernehmen. Die bisherigen, dort verorteten Gemeindegruppen haben für sich unterschiedliche Lösungen gefunden. Die Frauenhilfe trifft sich dort am 5. Januar 2026 zum letzten Mal und wird sich dann mit der Frauenhilfe hier im Gemeindezentrum St. Viktor zusammenschließen. Ob sich der Männerkreis nach dem Tod von Herrn Klawitter weiter trifft, ist zum heutigen Zeitpunkt noch unklar. Der Frauenabendkreis bleibt weiterhin bestehen, überlegt aber noch, wo er sich im neuen Jahr treffen wird, vielleicht in dem Gemeinschaftsraum des neuen Kindergartens in Wandhofen, vielleicht bei uns im Calvinhaus. Für Sie interessant ist, dass wir am Dienstag, 13. Januar 2026 ab 14.30 Uhr den Abschied von der Ursula-Werth-Begegnungsstätte gestalten, und zwar mit Kaffee und Kuchen und einer Andacht, die den Abschied zum Thema macht. Am 31. Januar 2026 schließen wir die Gemeinderäume und übergeben sie der GWG.
Gemeindezentrum Geisecke-Lichtendorf
Auch von dem Gemeindezentrum Geisecke-Lichtendorf werden wir uns im Januar 2026 verabschieden. An Weihnachten finden dort noch einmal wie immer zwei Gottesdienste statt, die Claudia Bitter gestalten wird. Am Silvesterabend werden die beiden früheren Pfarrer Manfred Wuttke und Dr. Klaus Johanning den letzten normalen Gottesdienst im Kirchsaal am Buschkampweg gestalten. Am 4. Januar 2026 werden wir die feierliche und zugleich traurige Entwidmung der Gottesdienststätte vornehmen. Dazu ist Superintendent Günther eingeladen. Wir werden einen kleinen Gottesdienst feiern und unseren Schmerz vor Gott bringen. Wir werden ein paar gottesdienstliche Gegenstände im Rahmen einer Prozession zur St. Antonius Kirche bringen. Dort werden uns einige Gemeindeglieder der katholischen Kirchengemeinde willkommen heißen. Die St. Antonius Kirche wird fortan das Zuhause auch der evangelischen Christinnen und Christen in Geisecke sein. Am 11. Januar 2026 werden wir zum ersten Mal einen evangelischen Gottesdienst in der katholischen Kirche feiern. Geplant ist, dass wir wie bisher am zweiten Sonntag eines Monats einen evangelischen Gottesdienst um 9.30 Uhr feiern und am vierten Sonntag eines Monats um 18.00 Uhr. Nach der Entwidmung des Gemeindezentrums am Buschkampweg wird es geschlossen. Zur Zeit überplanen die Diakonie Mark Ruhr und das Schwerter Netz in Zusammenarbeit mit dem Architekturbüro Bornemann die Räumlichkeiten. Es steht immer noch die Idee im Raum, in Geisecke eine stationäre Einrichtung für 12 Kinder oder Jugendliche zu errichten.
Gemeindezentrum Villigst
Auch für das Gemeindezentrum Villigst haben Verkaufsgespräche begonnen. In dieser Woche haben wir uns mit Vertretern des Vorstands des bisherigen Fördervereins getroffen. Allerdings haben wir noch keine Lösung gefunden, die für beide Seiten akzeptabel ist.
Evangelische Kirche Villigst
Dem Presbyterium unserer Kirchengemeinde ist darüber hinaus klar, dass wir auf Dauer die kleine evangelische Kirche in Villigst nicht halten können. Es hat ihre Entwidmung beantragt. Jetzt werden nach und nach verschiedene Gutachten eingeholt. Allerdings zeigt sich zum heutigen Tag noch keine wirtschaftlich interessante und sinnvolle Nachnutzung ab. Wenn Sie eine gute Idee haben, sind wir für alle Anregungen offen.
Kindergarten Holzen
Der Pauluskindergarten läuft aus verschiedenen Gründen zum Ende des Kindergartenjahres aus. Die Betreuungssituation hat sich innerhalb der Stadt verschoben. Das Gebäude ist für einen zeitgemäßen Kindergartenbetrieb nicht mehr geeignet. Das Grundstück ist zu klein, um zusätzliche Gruppenräume zum Beispiel für Schlafzeiten zu schaffen. Wir sind aktuell mit der Stadt Schwerte im Gespräch, ob sie das Gebäude bzw. das Grundstück anderweitig nutzen möchte. Näheres gibt es dazu aber noch nicht zu sagen.
Es gibt aber auch Positives zu berichten.
St. Viktor Kirche
Die Fassadensanierung ist mehr oder weniger abgeschlossen. Alle Fugen sind verfüllt. Im Moment wird noch geklärt, wie der grüne Sandstein, der an der einen oder anderen Stelle verbaut wurde, geschützt werden kann. Die Firma Naturstein Häder hat Großartiges geleistet. Wir sind unserem Architekten Herrn Harder zu tiefst dankbar, dass er uns diese Fachleute vermittelt hat.
Die sieben Glocken haben ihre Heimat in der Glockenstube gefunden. Sie haben diese spektakuläre Aktion wahrscheinlich so oder so miterlebt. Zur Zeit werden zwei Glockenstühle aus Holz gebaut. Damit kommen auch die Arbeiten der Zimmerei Müller langsam an ihr Ende. Sie haben in den letzten Wochen und Monate das Holzständerwerk des Glockenturms saniert und zukunftsfähig gemacht. Die Glocken werden bald aufgehängt und aufeinander abgestimmt. Wann wir als Schwerterinnen und Schwerter zum ersten Mal das volle Geläut hören, ist noch offen. Auch die kleine Glocke an der Außenseite des Kirchturms ist bereits saniert. Sie wird in den nächsten Tagen wieder aufgehängt und ist dann zum einen wieder funktionstüchtig und zum anderen für alle sichtbar.
Die Aktion „Eine halbe Ewigkeit“ ist der absolute Renner. Zahllose Menschen unterstützen uns, indem sie eine Botschaft auf die Innenseite der neuen Dachschindeln schreiben. Sie werden von den Dachdeckern mit nach oben genommen und sofort verbaut. Die Dachdeckerarbeiten haben sich etwas verzögert, aber wir hoffen immer noch, dass die Arbeiten im Jahr 2025 abgeschlossen werden und wir vor Weihnachten das Gerüst frei geben können. Wir gehen davon aus, dass es im Laufe des Monats Januar von der Firma Weise abgebaut wird.
Kirchenmusik
Die freie Kirchenmusikstelle wird zum 1. Dezember 2025 in der Fachzeitschrift „Forum Kirchenmusik“ veröffentlicht. Im Moment nutzen wir die Websites der Landeskirche, des Kirchenkreises und unserer Kirchengemeinde, um darauf hinzuweisen. Wir haben eine volle und unbefristete B- Kirchenmusikstelle ausgeschrieben. Die Bewerbungsfrist endet am 15. Januar 2026. Danach sind Bewerbungsgespräche und musikalische Vorspiel zeitnah terminiert. Bisher liegen noch keine Bewerbungen vor.
Pepper Jugendzentrum
Im Pepper Jugendzentrum haben wir zur Zeit die Öffnungszeiten reduziert. Wir wollen damit unserer Mitarbeiterin Imke Steenweg ermöglichen, sich im Rahmen eines Master Studiengangs weiter zu qualifizieren.
Regionalisierung
Seit Anfang des Jahres sind die Kirchengemeinden Hennen, Ergste, Westhofen und Schwerte zu einem sogenannten Personalplanungsraum zusammengefasst. Sie sind ab sofort aufeinander angewiesen. Im Oktober bzw. im November ist jetzt einiges in Bewegung gekommen. Das Presbyterium der Kirchengemeinde Ergste hat beschlossen, Gespräche aufzunehmen, um eine pfarramtliche Verbindung mit der Kirchengemeinde Hennen einzugehen. Dann würden beide Gemeinden selbständig bleiben und zumindest eine halbe Pfarrstelle erhalten; die Pfarrerin oder der Pfarrer muss dann aber beide Gemeinden gleichermaßen bedienen. Die Kirchengemeinde Westhofen und unsere Kirchengemeinde haben beschlossen, mit allen drei Nachbargemeinden Gespräche zu führen mit dem langfristigen Ziel einer Fusion. Die Kirchengemeinde Hennen wiederum hält sich verschiedene Optionen offen. Wir befinden uns also im Moment in einer Pattsituation. Am vergangenen Freitag hat der Superintendent der Kreissynode die Idee vorgestellt, alle Gemeinden innerhalb des Kirchenkreises Iserlohn zu einer Gemeinde zusammenzufassen. Diese Idee scheint aber in der nächsten Zeit nicht umsetzbar zu sein.
Am vergangenen Montag hat unser Superintendent die regionale Steuerungsgruppe besucht, bei der wir als Gemeinde durch Daniel Groß und mit mir vertreten sind, Frau Henze als Vertreterin des Kreissynodalvorstandes ist auch mit dabei. Morgen wird der Superintendent unser Presbyterium besuchen. Er sieht vor, dass im Jahr 2026 alle richtungsweisenden Grundsatzentscheidungen gefällt werden, die bis spätestens 2030 juristisch umgesetzt sein sollen. In welche Richtung zukünftig die Zusammenarbeit in der Region gehen wird, ist am heutigen Tag noch unklar.
Aber auch unabhängig von den ganz großen Strukturen verschiebt sich mittlerweile einiges. Seit April 2025 organisieren die Pfarrerinnen und Pfarrer in der Region gemeinsam die Beerdigungsdienste. Sie übernehmen tageweise alle Beerdigungen zwischen Westhofen und Kalthof. Ich zum Beispiel übernehme alle Beerdigungen an einem Montag. Wünschen allerdings die Angehörigen eine bestimmte Pfarrerin oder einen bestimmten Pfarrer, versuchen wir, diese Wünsche zu ermöglichen. Auch in der Konfirmandenarbeit zeichnet sich eine Veränderung ab. In Westhofen kommt im Jahr 2026 keine Konfirmandengruppe zusammen. Pfarrerin Gunhild Krumme und Jugendreferent Michael Bosqui prüfen vor diesem Hintergrund eine engere Zusammenarbeit und gemeinsame Leitung der Konfirmandenarbeit in Westhofen und Schwerte.
Ökumenische Kooperation
Seit Monaten laufen Gespräche zwischen der katholischen Kirchengemeinde St. Marien und unserer Kirchengemeinde. 8 Personen treffen sich in einem vierzehntäglichen Rhythmus. Wir werden vertreten durch Herrn Groth, Herrn Feldmann, Frau Materla und durch mich. Es geht um die Idee, ob die katholische Kirchengemeinde die St. Viktor mit nutzen kann, um langfristig ein christliches Zentrum für Schwerte abzusichern. Wir haben aber gemerkt, dass wir Delegierten nicht für unsere Leitungsgremien sprechen können. Von daher wird es in den nächsten Wochen einen Klärungsprozess der einzelnen Leitungsgremien geben, für unser Presbyterium zum Beispiel am Freitag, 5. Dezember 2025 im Haus Villigst. Am 30. Januar 2026 kommen dann die katholischen und evangelischen Leitungsgremien zusammen, um eine gemeinsame Richtung festzulegen.
Weitere Perspektiven
Mit dem 1. Januar 2026 verschiebt sich die Berechnungsgrundlage für Pfarrstellen. Dann werden 4000 Gemeindeglieder pro Pfarrstelle vorausgesetzt, bisher 3000. Wir haben aber nur noch knapp 12.000 evangelische Gemeindeglieder in Schwerte. Das heißt, dass wir mit dem Jahreswechsel einen rechnerischen Pfarrstellenüberhang in Schwerte haben werden. Superintendent Günther wird daran in der nächsten Zeit aber nicht rütteln; denn schon 2027 stehen die nächsten Pensionierungen an. Pfarrer Dreessen hat angekündigt, dass er im Jahr 2027 pensioniert wird, und Pfarrerin Grans in Hennen ebenfalls. Wann Claudia Bitter in den Ruhestand gehen wird, hat sie noch nicht festgelegt. Diese Stellen werden nicht wieder besetzt, so dass Pfarrer Damm, Pfarrerin Krumme aus Westhofen, Pfarrerin Späth aus Ergste und ich überlegen müssen, wie wir dann das pastorale Leben in der Region bespielen werden.
Sie merken: es ist viel in Bewegung. Kirche im Umbau, Kirche im Aufbau. Ich spreche ungern von der Kirche im Rückbau oder Abbau. Natürlich müssen wir den Gebäudebestand und die Strukturen den tatsächlichen finanziellen und personellen Möglichkeiten anpassen. Gott aber setzt weiterhin „lebendige Steine“ in seine unsichtbare Kirche ein, Sie und dich und mich und uns und ganz andere und ganz neue Menschen, die er für seine Kirche beruft. Und letztendlich ruht sein Kirchenbau auf einem und entscheidendem Eckstein auf, Jesus Christus. Er trägt seine Kirche. Er schenkt ihr Zukunft.
Ja, Kirche ist eine große Baustelle, aber anders als bei anderen Baustellen heißt es hier: Betreten erlaubt. Eltern haften nicht für ihre Kinder.